Schneller sehen dank Vorwarnung vom Zell-Nachbarn
Meldung vom 29.09.2010

Schneller sehen dank Vorwarnung vom Zell-Nachbarn

Messungen mit spannungsabhängigen Farbstoffen zeigten Aktivitätswellen entlang der Oberfläche der Sehrinde. Diese Aktivitätswellen könnten durch weitreichende Horizontalverbindungen vermittelt sein. Download (358.7 kB)

Fällt ein Lichtreiz auf die Netzhaut des Auges, werden innerhalb von wenigen Zehntel Millisekunden Millionen von Nervenzellen im Gehirn aktiviert. Jede Nervenzelle in der primären Sehrinde erhält dabei mehrere tausend Signale sowohl von benachbarten als auch von weit entfernten Zellen, und sendet ebenso viele Signale aus.

Computermodell simuliert Gehirnaktivität

Während in den letzten Jahrzehnten die individuellen Eigenschaften und Verbindungen innerhalb dieses Netzwerkes charakterisiert und die Übertragungseigenschaften einzelner Nervenzellen abgeleitet wurden, ließ sich das komplexe Zusammenwirken verschiedener Zellaktivitäten noch nicht beschreiben. Das ist jetzt RUB-Wissenschaftlern der Bernstein Gruppe für Computational Neuroscience gelungen. Sie entwickelten ein Computer-Modell, das auf weitreichenden Interaktionen zwischen Nervenzellen aufbaut. Es erklärt unter anderem, wie Nervenzellen von Nachbarn „vorgewarnt“ werden, so dass sie Reize schneller verarbeiten können. Die Forscher berichten in PLoS Computational Biology.

Weitere Informationen
http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/pm00298.html.de