Nachwuchspreis an Bochumer Medizin-Ethikerin

Nachwuchspreis an Bochumer Medizin-Ethikerin

30.09.2011

Wie hilfreich kann die öffentliche Meinung sein, um in einer medizinischen Frage zu einer ethischen Entscheidung zu kommen? Eine Studie der Ärztin und Medizinethikerin Dr. Sabine Salloch vom Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der RUB zu diesem Thema hat die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) bei ihrer Jahrestagung am 29. September 2011 in Göttingen mit ihrem Nachwuchspreis 2011 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

Öffentliche Meinung und Ehtik

Mehr als die Hälfte aller Deutschen sind dafür, die Tötung auf Verlangen zu legalisieren. Ist das öffentliche Votum auch ein Grund, Tötung auf Verlangen zuzulassen? Was bedeutet es für die Ethik, wenn die Mehrheit der Bevölkerung bereits bestimmte Ansichten zu einer Fragestellung hat? Welche Rolle spielt die Empirie (das, was ist) für normative Fragestellungen (also Fragen nach dem, was sein soll), die die Ethik auslotet? In der klinischen Medizin gilt es als selbstverständlich, sich an den Ergebnissen empirischer Forschung zu orientieren. Ärzte sollen möglichst nur solche Behandlungen durchführen, deren Wirksamkeit empirisch nachgewiesen wurde. Studien an Tausenden von Patienten werden durchgeführt, um dafür Beweise zu erbringen. Man nennt dies "evidenzbasierte Medizin". – Aber kann es auch eine „evidenzbasierte Ethik" geben? Diese Frage hat die Trägerin des Nachwuchspreises 2011 der Akademie für Ethik in der Medizin untersucht.