Kontrolle durch die Matrix

Kontrolle durch die Matrix

12.12.2011
© Dr. Michael Karus

Wie Astrozyten, bestimmte Zellen des Nervensystems, entstehen, ist bislang weitgehend unbekannt. Bochumer Forscher haben nun untersucht, welchen Einfluss die Zellumgebung, Extrazelluläre Matrix genannt, auf diesen Prozess hat. Sie fanden heraus, dass das Matrix-Protein Tenascin C vorhanden sein muss, damit sich Astrozyten im Rückenmark von Mäusen kontrolliert vermehren und verteilen.

Ergebnisse auch für medizinischen Bereich interessant

Astrozyten übernehmen eine Vielzahl an Aufgaben im Nervensystem. Bei Verletzungen des zentralen Nervensystems oder auch Hirntumoren bilden sich so genannte reaktive Astrozyten, die sich ähnlich wie unreife Astrozyten verhalten. „Bislang ist die Funktion von Tenascin C unter solchen pathologischen Bedingungen größtenteils unbekannt“, sagt Dr. Michael Karus. „Wenn wir aber mehr über die Aufgabe von Tenascin C während der Entwicklung herausfinden, können wir wahrscheinlich auch besser verstehen, was es zum Beispiel bei Rückenmarksverletzungen bewirkt.“ Gemeinsam mit Kollegen der RWTH Aachen berichten die Wissenschaftler vom RUB-Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie über ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Development.

Weitere Informationen
http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2011/pm00412.html.de