Botschafterin der Republik Ruanda zu Gast
Auf Einladung von Prof. Dr. Mihran Dabag (Institut für Diaspora- und Genozidforschung der RUB) besucht die Botschafterin der Republik Ruanda in Deutschland, I.E. Christine Nkulikiyinka, am 28. Juni 2012 die Ruhr-Universität Bochum. Nach einem Empfang durch den Rektor der RUB, Prof. Dr. Elmar Weiler, hält die Botschafterin einen Vortrag zur Aufarbeitung des Genozids im Jahr 1994 in Ruanda: „Die Rolle der Gacaca-Gerichte und der Versöhnungsprozess in Ruanda. Rückblick und Ausblick“ (16 Uhr, Hörsaal HGA 20).
Genozid: 800.000 Tutsi ermordet
Zwischen April und Juli 1994 wurden im ostafrikanischen Ruanda ca. 800.000 Mitglieder der Bevölkerungsgruppe der Tutsi ermordet. Ein Spezifikum dieses Völkermords war die extrem hohe Beteiligung der Zivilbevölkerung an den Tötungsaktionen. Das stellte die ruandische Gesellschaft nach dem Völkermord vor große Herausforderungen, um die Verbrechen historisch und juristisch aufzuarbeiten und um einen gesellschaftlichen Versöhnungsprozess zu ermöglichen. Ergänzend zu einer Strafverfolgung der Haupttäter durch den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) in Arusha (Tansania) griff man daher mit den „Gacaca-Gerichten“ auf ein traditionelles ruandisches Rechtssystem zurück, bei dem auf regionaler und dörflicher Ebene arbeitende Kommunalgerichte unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung für die Aufarbeitung zuständig sind.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Mihran Dabag, Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-29702
idg@ruhr-uni-bochum.de


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