Insektenausstellung eröffnet

Insektenausstellung eröffnet

30.04.2015
© © RUB, Foto: Katja Marquard
Eines der Exponate zeigt Nachtpfauenaugen, die größten bei uns vorkommenden Schmetterlinge.

Unter dem Titel „Lavendelduft und Leidenschaft: Jean-Henri Fabre und die Welt der Insekten“ findet vom 30. April bis 1. November 2015 eine Sonderausstellung im Botanischen Garten statt. Sie erinnert an den vor 100 Jahren verstorbenen Pionier der experimentell ausgerichteten Verhaltensbiologie der Insekten.

Die Ausstellung wurde von zehn Lehramtsstudierenden der Biologie in einem Seminar vorbereitet. Sie ist täglich zwischen 9 und 17 Uhr zu besichtigen. Bei Nachfrage kann der Botanische Garten eine kleine Führung anbieten.

Der Duft des Nachtpfauenauges

Angst zu haben, dass einem eine Spinne, eine Schabe oder ein anderes Insekt vor die Füße läuft, brauchen die Besucher nicht: Die Tiere sind aus Plastik oder stecken in Schauvitrinen, so auch das kastanienbraune Nachtpfauenauge, der größte bei uns vorkommende Schmetterling.
Fabre hat herausgefunden, dass das Weibchen über Duftstoffe Männchen anlockt. Dazu hat er in seinem Arbeitszimmer ein kurz vorher geschlüpftes Weibchen unter eine Drahtglocke gesperrt. Er war neugierig und wollte beobachten, was passierte. Das Ergebnis überraschte ihn: Innerhalb kurzer Zeit war sein Haus voller Nachtpfauenaugenmännchen. Zum Vergleich steckte er anschließend ein Weibchen unter eine Glashaube. Kein männliches Exemplar der Gattung hat sich auf dem Platz niedergelassen. Auf diese Weise konnte Fabre klären, dass die Optik bei den Nachtpfauenaugen keine Rolle spielt, sondern das Weibchen einen Lockstoff ausscheidet. Dieser ist für Menschen nicht riechbar, kann von Nachtpfauenaugen aber über mehrere Kilometer Entfernung wahrgenommen werden.
Den Tag, an dem Jean-Henri Fabre diese zufällige Entdeckung gemacht hat, taufte er selbst den „Abend des Nachtpfauenauges“. Die Arbeiten Fabres zur chemischen Kommunikation von Insekten legten die Grundlage für die biotechnische Bekämpfung von Schadinsekten mit Lockstofffallen.

Fabre in Deutschland verkannt

In Frankreich fand Fabre als Experte im Bereich der Insektenkunde schon zu seinen Lebzeiten große Beachtung. 1912 wurde er für sein Sachbuch „Souvenirs Entomologiques“ für den Nobelpreis für Literatur vorgeschlagen. Im deutschen Raum blieb Fabre außerhalb der Fachwelt weitgehend unbekannt. Erst 2009 erschien sein erstes Werk in deutscher Übersetzung.

Weitere Informationen
http://www.boga.ruhr-uni-bochum.de