Korallenkolonien genetisch vielfältiger als gedacht

Korallenkolonien genetisch vielfältiger als gedacht

10.06.2015
© RUB, Foto: Maximilian Schweinsberg

Korallenkolonien sind genetisch vielfältiger als bislang gedacht. Zu diesem Schluss kommen RUB-Biologen, die die genetische Variabilität in einzelnen Kolonien verschiedener riffbildender Korallenarten umfassend untersucht haben.

Genetische Vielfalt ist Basis für Anpassung

„Der stetig voranschreitende Klimawandel und die mit ihm einhergehenden Umweltveränderungen beeinflussen zunehmend die Korallenriffe“, erklärt Maximilian Schweinsberg. Die Basis, um sich an die Veränderungen anzupassen, ist genetische Vielfalt. Einzelne Korallenstöcke, auch Kolonien genannt, können aus Millionen Polypen bestehen. Bislang ging man davon aus, dass sie durch Teilung einer Larve entstehen und damit genetisch identisch sind. In einzelnen Fällen fanden Forscher jedoch auch genetisch unterschiedliche Polypen innerhalb einer Kolonie. Das RUB-Team vom Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere zeigte nun, dass dieses Phänomen relativ häufig vorkommt.

Gut angepasste Polypen ernähren schlechter angepasste

Bei Steinkorallen geben die einzelnen Polypen Nährstoffe an die Kolonie ab und ernähren so wahrscheinlich auch genetisch weniger gut angepasste Polypen. So bleiben die genetisch „schwächeren“ Vertreter in der Kolonie am Leben. Ändern sich die Umweltbedingungen, zum Beispiel durch den Klimawandel, sind auch neue genetische Muster gefragt. Polypen, die an die alten Bedingungen schlecht angepasst waren, könnten nun Vorteile haben. „Es ist aber nicht zu erwarten, dass diese Variabilität das weltweite Korallensterben durch den Klimawandel kompensieren kann“, sagt Schweinsberg.

Weitere Informationen
http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2015/pm00076.html.de