Gelenkte Blicke – Rassenhygienische Propaganda und Politik

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Nummer 20 - Bochum, 20.01.2010

Gelenkte Blicke – Rassenhygienische Propaganda und Politik

Ergebnis aus „lehrreich“-prämiertem Projekt

RUB-Studierende gestalteten Ausstellung im Malakowturm

Perfide waren die gestalterischen Mittel der nationalsozialistischen Propaganda, die den Menschen eine Bedrohung durch die Vermehrung „Minderwertiger“ suggerieren sollten. Drastisch waren die Maßnahmen, um diese vermeintliche Bedrohung zu bekämpfen: Zwangssterilisationen wurden massenhaft angeordnet und Behinderte und Kranke insgeheim getötet und verbrannt. Genau hinzuschauen lädt die Ausstellung „Gelenkte Blicke – Rassenhygienische Propaganda und Politik im Kontext des Nationalsozialismus“ ein, die ab 23. Januar bis zum 21. Februar im Malakowturm Julius Philipp zu sehen ist (Markstr. 258a, 44799 Bochum, Öffnungszeiten: Mi. 9-12 und 14-18 Uhr, Sa. 14-18 Uhr und So. 11-18 Uhr). Sie ist Ergebnis eines im Wettbewerb „lehrreich“ geförderten Projekts der RUB.

Weg vom „Probehandeln“

Rund 40 Studierende, die im Medizin- oder Geschichtsstudium oder auch fachunabhängig über den Optionalbereich der RUB teilnehmen konnten, haben die Ausstellung gemeinsam mit ihren Dozenten gestaltet. Sie haben sich ins Thema eingearbeitet, sich mit den Regeln der Ausstellungsorganisation vertraut gemacht, sich inspirieren lassen und Material vorausgewählt, u.a. bei Exkursionen in verschiedene Ausstellungen zu verwandten Themen, ein Konzept entwickelt, Ausstellungstexte geschrieben. „Dahinter steckt sehr viel Arbeit“, sagt Dr. Christina Benninghaus (Fakultät für Geschichtswissenschaft), die das Projekt gemeinsam mit PD Dr. Stefan Schulz (Medizinische Fakultät) geleitet hat. „Uns war wichtig, wegzukommen von diesem ‚Probehandeln‘, das das Studium oft prägt. Wenn man nicht nur für den Dozenten schreibt, sondern für die Öffentlichkeit, ist das etwas ganz anderes.“

Von Eugenik bis Propaganda

Die Ausstellung mit fünf großen Bereichen ist auf sieben Ebenen des Malakowturms zu sehen. Für jeden Bereich – von der Eugenik, der Lehre von der Erbgesundheit, die in der Wissenschaft um die Jahrhundertwende international aufkam, bis hin zu sonst nicht öffentlich präsentierten Propagandamaterialien – gibt es einen Einführungstext und eine Säule, auf welcher die Exponate erläutert werden. Zu sehen sind hauptsächlich Bildtafeln, aber auch Filme, Bücher und Unterrichtsmaterialen. An einigen Stellen können die Besucher auch selbst aktiv werden.

Redaktion

Meike Drießen
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Dr. Christina Benninghaus, Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32- 25026
christina.benninghaus@rub.de

PD Dr. Stefan Schulz, Medizinische Fakultät der RUB, Tel. 0234/32- 28021
joerg-stefan.schulz@rub.de

 

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