MP2 – die Bochumer Formel für ein erfolgreiches Studium in MINT-Fächern

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Nummer 57 - Bochum, 19.02.2010

MP2 – die Bochumer Formel für ein erfolgreiches Studium in MINT-Fächern

Stifterverband und Heinz Nixdorf Stiftung fördern Projekt mit 260.000 Euro

Betreuung und Praxisbezug in Mathematik

Egal, ob man Ingenieur oder Physiker werden will: Mathematik ist oft der Knackpunkt in den ersten Semestern. Wer Mathe schafft, schafft auch den Rest. Das Projekt MP2 – Mathe/Plus/Praxis an der Ruhr-Universität soll jetzt Studienanfängern mit Schwierigkeiten in Mathematik den Start erleichtern. Das Projekt gehört zu den Siegern des Wettbewerbs „Nachhaltige Hochschulstrategien für mehr MINT-Absolventen“ und wird vom Stifterverband der deutschen Wissenschaft sowie der Heinz Nixdorf Stiftung mit rund 260.000 Euro für zwei Jahre gefördert. Mehr als 60 Hochschulen hatten in dem Wettbewerb Konzepte zur Steigerung der Absolventenzahlen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) eingereicht, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sechs von ihnen wurden ausgezeichnet.

Mathematik als Schlüsselfach

Der erfolgreiche Antrag der RUB baut auf der Schlüsselstellung der Mathematik in der Ausbildung sämtlicher MINT-Fächer auf und richtet sich an zwei Gruppen von Studierenden: Studienanfänger, die noch keine Lernstrategien für ein erfolgreiches Studium entwickelt haben, erhalten im Programm Mathe1Plus eine strukturierte Begleitung. Studierende, deren Motivation und Leistungsbereitschaft abnimmt, weil ihnen der Anwendungsbezug fehlt, erhalten im Programm Mathe2Praxis die Möglichkeit, auf Basis ihrer neuen Kenntnisse in der Höheren Mathematik Praxisfragen aus dem Ingenieurwesen zu lösen. Beide Maßnahmen wurden vom Servicezentrum Mathematik der RUB in enger Kooperation mit dem Rektorat und der Stabsstelle Interne Fortbildung und Beratung entworfen und sollen dem Schwund in der Studienanfangsphase entgegenwirken. „Von großem Interesse ist daher auch die geplante Begleitforschung, die die Ursachen von Studienabbrüchen in dieser frühen Phase des Studiums und die Bedingungen für die Verstetigung und den Transfer der Maßnahmen in andere Studiengänge untersuchen wird“, sagt Prof. Dr. Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre der RUB.

Mathe1Plus und Mathe2Praxis

Im Programm Mathe1Plus werden schon vier Wochen nach Studienbeginn Studierende der großen Vorlesung „Mathematik für Maschinenbauer, Bauingenieure und Umwelttechniker“ angesprochen, denen möglicherweise grundlegende Arbeitstechniken fehlen. „An der Universität wird von den Studierenden eine radikal andere Arbeitshaltung erwartet als an der Schule. Ein Teil der Studierenden merkt das leider zu spät. Ihnen wollen wir Strukturen vermitteln und ihnen Erfolg versprechende Lerntechniken aufzeigen“, erklärt Prof. Dr. Herold Dehling, Projektleiter und Leiter des Servicezentrums Mathematik. In zusätzlichen Tutorien sowie mit einer verpflichtenden intensiven Nutzung des Helpdesk Mathematik üben sie ein kontinuierliches effizientes Arbeiten. eLearning-Elemente erlauben den Studierenden zusätzlich, ihr Wissen selbst zu prüfen und Lücken zu beheben. Studierende, denen der Bezug zur Praxis im Fach Mathematik fehlt und die deswegen Motivationsschwierigkeiten haben, können im Programm Mathe2Praxis in kleinen Gruppen an verschiedenen Projekten mitarbeiten und herausfinden, wo Mathematik in der Forschung der ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten und in der Industrie eine wesentliche Rolle spielt.

Vorhandene Stärken nutzen

Das neue Projekt baut auf an der Ruhr-Universität vorhandenen bewährten Strukturen auf: Maßgeblich beteiligt ist das Servicezentrum Mathematik und Anwendungen der Fakultät für Mathematik. Das Servicezentrum trägt die Verantwortung für die mathematische Grundausbildung aller Studierenden der Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Psychologie. Die Lehrinhalte werden mit den jeweiligen Fakultäten abgestimmt. Das Servicezentrum betreibt unter anderem auch ein Helpdesk: Hier finden Studierende jeden Tag Mitarbeiter, die bei konkreten Schwierigkeiten helfen können. Darüber hinaus bietet das Servicezentrum seit mehreren Jahren gemeinsam mit der Stabsstelle Interne Fortbildung und Beratung spezielle Qualifizierungsangebote für Mitarbeiter und Übungsgruppenleiter an. Dieses erfolgreiche Modell haben inzwischen mehrere Fakultäten übernommen. Am Projekt beteiligt ist auch die Stabsstelle eLearning, die mit technischem Know-how und Ressourcen helfen wird, begleitende Online-Angebote zu entwickeln.

Gleich zwei Erfolge in einer Woche

„Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg im Wettbewerb und sind besonders stolz, dass es schon der zweite binnen kurzer Zeit ist“, sagt Prof. Dr. Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien der RUB. „Das ist eine Auszeichnung für unsere innovativen Lehrkonzepte, die wir im Zuge der Umsetzung unseres Zukunftskonzepts Lehre entwickelt haben und jetzt zügig umsetzen. Beide Projekte sind für unsere mehr als 10.000 Studierenden in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen ein erheblicher Gewinn“. Letzte Woche erhielt die Ruhr-Universität von der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung im Rahmen des Wettbewerbs „Bologna – Zukunft der Lehre“ die Zusage zur Förderung eines gemeinsamen Forschungs- und Dienstleistungszentrums zur Verbesserung der Ingenieursausbildung. In dieses Projekt, das die RUB gemeinsam mit den Universitäten Aachen und Dortmund umsetzt, fließen insgesamt 1,5 Millionen Euro.

Redaktion

Meike Drießen
Pressestelle RUB

Weitere Informationen

Prof. Dr. Herold Dehling, Dr. Eva Glasmachers, Dr. Jörg Härterich, Fakultät für Mathematik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25678
herold.dehling@rub.de

Lehre an der RUB: Prof. Dr. Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24745
prorektor-lehre@rub.de

 

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Das Antragsteam

Judith Ricken (Dez. 1), Prof. Dr. Uta Wilkens (Prorektorin Lehre), Dr. Eva Glasmachers, Prof. Dr. Herold Dehling und Dr. Jörg Härterich (Fakultät für Mathematik, v.l.).

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