Wählen zwischen „RUB@night“ und „RUB@day“
Ungewöhnliche Maßnahmen für den Doppelabiturjahrgang 2012/13
RUB startet mit erheblichen Anstrengungen den Zweischichtbetrieb
Schichtbetrieb hat Tradition
Im Ruhrgebiet gehört es zur guten Tradition, in mehreren Schichten zu arbeiten. Was früher nur für Bergleute und Industriezweige galt, ist inzwischen an der Tagesordnung: die ständige „Verfügbarkeit“ für den Arbeitgeber, Meetings am Wochenende, Exposés des nachts verfassen, mit dem Laptop von unterwegs arbeiten und Mails beantworten– und als Studierender nachts in Unibibliotheken lernen. So ist der Schritt zu einem vollzeitlichen Uni-Zweischichtbetrieb eine nur konsequente Fortentwicklung – erst recht angesichts der doppelten Abiturjahrgänge, die bald an die Hochschulen drängen.
Verbindliche Entscheidung bei der Einschreibung
So müssen sich ab sofort die Studierenden schon bei der Einschreibung bzw. Rückmeldung verbindlich entscheiden, ob sie demnächst lieber tagsüber oder nachts studieren wollen. Wer sich für die Nachtschicht entscheidet, zahlt einen um die Hälfte ermäßigten Studierendenbeitrag. Für die Kontrolle des Schichtbetriebs stehen je nach Wahl Studierendenausweise in Himmelblau und Schwarzblau bereit. Wechsel während des Semesters sind ausgeschlossen.
Probebetrieb in gefragten NC-Fächern
Umfangreiche organisatorische Maßnahmen haben Verwaltung und Fakultäten inzwischen eingeleitet. Der Probetrieb beginnt ab 1. April in einigen besonders gefragten NC-Fächern. Dafür ist eine Ausweitung insbesondere des Lehrpersonals aus eigenen Haushaltsmitteln sowie Studierendenbeiträgen erfolgt. Weiteres Personal wird kurzfristig gesucht und eingestellt. Nach vorläufigen Schätzungen muss es in der Anfangsphase um ca. 15 Prozent aufgestockt werden; den zweischichtigen Vollbetrieb wird die Hochschule mit ca. 50 Prozent mehr Personal fahren können. Zahlreiche Professoren und Mitarbeiter sind nach Umfragen gewillt, gegen entsprechende Nachtzuschläge im Wechselschichtbetrieb zu lehren und zu forschen.
Die UB startet
Als erstes geht die Unibibliothek zu einem 24-Stundenbetrieb über; nächtliche Seminare und Übungen folgen mit dem Vorlesungsbeginn ab Mitte April. Die Schichtwechsel zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 18 und 20 Uhr sind für den Reinigungsdienst vorbehalten. Das Akademische Förderwerk gibt ab Anfang des Monats warme Nachtmahlzeiten in Bistro der Mensa aus. Die meisten Geschäfte im UniCenter haben ihre Bereitschaft signalisiert, nächtliche Einkaufszeiten vorzusehen, wenn sich der 2-Schichtbetrieb durchsetzen sollte.
Vorteile überwiegen
Der Zweischichtbetrieb birgt vielfache Vor- und Nachteile. Zwar steigen die Kosten für Beleuchtung, Heizung und Reinigung deutlich; dagegen werden Seminarräume, Büros und Labore besser ausgelastet. Da der Campus eine erhebliche Belebung erfährt, steigt die Sicherheit von Frauen auf dem Campus, Wachpersonal kann eingespart werden. Angesichts dieser erheblichen Vorteile hat das NRW-Innovationsministerium in Düsseldorf eine kurzfristige und unbürokratische Prüfung des RUB-Antrags in Aussicht gestellt.


