Führung durch die Duftausstellung

Blindenverein besuchte Duftausstellung

Besonderer Besuch in der Duftausstellung: Der Blinden- und Sehbehindertenverein Ratingen hat am Mittwoch an einer Führung durch „Himmlische Düfte und Höllengestank!“ teilgenommen.

Interessierte Fragen

Wieso mögen Frauen blumige Düfte und Männer eher herbe Gerüche? Wieso ist der pH-Wert bei Seifen und Duschgels so wichtig? Auf was muss man achten, wenn ätherische Öle als Badezusätze verwendet werden? Eine Menge interessierter Fragen hatten die acht Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenvereins im Gepäck. Am Mittwoch hatten sie die Reise von Ratingen nach Bochum angetreten, um im Blue Square in die Welt der Düfte einzutauchen. Mit von der Partie: die zweijährige Pudeldame Farah, die die Vorsitzende Marion Höltermann als Blindenführhund begleitet. Margret Hartung, Schwägerin von Höltermann und stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wiemelhausen, hatte den Verein auf das Angebot in der Bochumer City aufmerksam gemacht.

Seife oder Chanel Nº 5?

„Bah!“ Marion Höltermann verzieht das Gesicht. Sie hat ihre Nase in die Duftprobe „Knoblauch“ gesteckt. Gar nicht ihr Geschmack. Besser gefallen ihr fruchtige und blumige Düfte, zum Beispiel der Geruch von Orangen. Als sie am Klassiker Chanel Nº 5 schnuppert, ist ihr erster Gedanke: „Seife!“

Besonderes Erlebnis

Duftexperte Stavros Manteniotis, der am Lehrstuhl von RUB-Riechforscher Prof. Dr. Dr. Dr. med. Hanns Hatt arbeitet, führte die Gruppe knapp eine Stunde lang durch die Ausstellung und beantwortete alle Fragen. Das Erschnuppern der verschiedenen Duftproben war ein ganz besonders Erlebnis für die blinden und sehbehinderten Teilnehmer, das ihnen in einer „normalen“ Ausstellung verwehrt bleibt. Dementsprechend positiv war das Fazit: „Es war absolut spannend, und wir haben viel Neues gelernt – toll“, so Marion Höltermann, die auf jeden Fall bald wiederkommen möchte.

Redaktion: Maren Volkmann
Alle Fotos: © RUB, Romina Zeller und Maren Volkmann